Vechelder Schlosspark

Konzeption

Abt-Jerusalem-Denkmal

Öffentlich zugänglicher, ehemals barocker Schlosspark, der Mitte der 1970er Jahre neu angelegt wurde. Dabei wurde die vermutete ursprüngliche Gestaltung nachempfunden.

Die ca. 4,8 ha große Grünanlage liegt mitten im Ortszentrum an der Hildesheimer Straße. Vorbei an einem prachtvollen Eingangsportal aus dem 18. Jahrhundert geht es nebem dem 1880 als Amtsgericht errichteten und heute als Bürgerzentrum genutztem Gebäude in den Park. Er gliedert sich in ein im barocken Stil angelegtes Parterre mit Rondel und Rosenpflanzungen, einen Rasenteil und einen waldartigen Parkteil.

Von der ursprünglichen Gestaltung des 18. Jahrhunderts ist nichts erhalten geblieben. Es finden sich im Park jedoch noch Denkmäler aus dieser Zeit. Westlich des Rosenparterres steht das Abt-Jerusalem-Denkmal, im Rondel eine Sonnenuhr aus Sandstein und in der Rasenfläche die Skulptur Hades beim Raub der Persephone. 

 

Geschichte

Wasserburg
Um 1390 ließ Herzog Friedrich in Vechelde an einer engen Stelle der Aueniederung eine Wasserburg errichten, die das Herzogtum gegen das Stift Hildesheim sichern sollte. Sie war eine Antwort auf die von Bischof Gerhard von Hildesheim zuvor gebaute Burg Steinbrück am Übergang der ehemaligen Reichsstraße nach Köln über die Fuhse.
1392 erwarb die Stadt Braunschweig die Burg mit den dazugehörenden Ländereien. Als 1671 Herzog Rudolf August die Stadt eroberte, fiel die Vechelder Burg mit allen ihren Zubehörungen an Land und Rechten an das Herzogshaus zurück.

Lustschloss
1695 wurde die alte Wasserburg abgerissen. Vermutlich auf den Resten der Burg ließ Herzog Rudolf August von Hermann Korb ein Lustschloss für seine zweite Gemahlin, die bürgerliche Rosine Elisabeth Menthe, die im Volksmund „Madame Rudolfine“ genannt wurde, bauen. Als sie starb, wurde das Schloss mit den dazugehörenden Ländereien der Erbprinzessin Sophie (###) überlassen. Sie begründeten in ihrer Zeit in Vechelde die Orte Vechelade, Fürstenau und Sophiental.
1742 erwarb Herzog Carl I. alle diese Besitztümer zurück und verkaufte sie 1764 an den nicht regierenden Herzog Ferdinand (1721-1792), den bekannten Feldherren Friedrichs des Großen von Preußen. Er richtete sich in Vechelde ab 1767 seine Sommerresidenz ein und besaß Vechelde bis zu seinem Tod 1792.
1804-1819 wurde das Schloss dem bekannten Pädagogen und Philanthropen Dr. Johann Peter Hundeiker als Erziehungsanstalt überlassen. 1825 zog das Kreisamt in den Palast ein doch schon 1826 wurde es von der braunschweigischen Regierung auf Abbruch verkauft. Einige Nebengebäude blieben stehen und wurden als Kreisamt, das spätere Amtsgericht genutzt.
Von dem Schlossbau sind nur zwei aussagekräftige Abbildungen erhalten geblieben. Ein Kupferstich aus dem Jahre 1765 von Anton August Beck und eine 1804/1805 angefertigte Federzeichung von Leo von Klenze.

Amtsgericht
1880 wurde für das Amtsgericht ein Neubau im klassizistischen Stil errichtet. Im Zuge der Justizreform von 1971 wurde der Amtsgerichtsbezirk dem Amtsgericht Braunschweig zugeschlagen.

Bürgerzentrum
Nach Umbauarbeiten und Anbau eines Saales wurde 1977 das Bürgerzentrum eingeweiht.

Lageplan

Literatur

  • Lustschloss für Madame Rudolfine - Ortsheimatpfleger Heinz Werner forschte über das Vechelder Schloss. Braunschweiger Zeitung - Peiner Nachrichten vom 27.08.2004.

  • Bürgerzentrum auf historischem Boden - Ortsgeschichten: Vom Schloß über Erziehungsanstalt bis zum Amtsgericht. Braunschweiger Zeitung - Peiner Nachrichten vom 02.01.1997.

  • Großer Sittenlehrer und christlicher Philosoph - Das Vechelder Abt-Jerusalem-Denkmal erstrahlt in neuem Glanz - 1789 errichtet. Braunschweiger Zeitung - Peiner Nachrichten vom 15.02.1997.

  • Grenzposten: Die Burgen in Vechelde und Steinbrück - Ortsgeschichten: Viel Wasser sollte als Bollwerk gegen Aggressoren aus Hildesheim dienen. Braunschweiger Zeitung - Peiner Nachrichten vom 02.08.1997.

  • Bornstedt, Wilhelm: Chronik von Vechelde 973 bis 1973. 2 Bände, o.O., o.J. (ca. 1972).
  • Schultz, Dr. Hans-Adolf: Burgen und Schlösser des Brauschweiger Landes, Braunschweig 1984.

 

Klaus Hermann, 08. Juni 2010

 

 

Adresse

38159 Vechelde, Hildesheimerstr. 5

Informationen

Gemeinde Vechelde: www.vechelde.de